Gut aufgehoben im Hämophilie-Zentrum

Wahrscheinlich ist das Hämophilie-Zentrum bereits seit jungen Jahren Ihre erste Anlaufstelle für Therapie und Beratung. Denn die interdisziplinäre Betreuung, die Sie dort erfahren, ist bei Hämophilie von großer Bedeutung. Aus dieser Betreuungsqualität resultiert zumeist ein enges und vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis.

Ihr Hämophilie-Zentrum bietet für ältere Menschen regelmäßig stattfindende Routine-Untersuchungen an. Sie können helfen, Gesundheitsprobleme rechtzeitig zu erkennen, um Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.

Der Umfang einer Routine-Untersuchung

Gerade mit zunehmendem Alter ist ein wichtiger Teil der körperlichen Untersuchung die eingehende Überprüfung des Gelenkstatus. Denn viele Hämophile leiden infolge wiederkehrender Gelenkblutungen im Laufe ihres Lebens möglicherweise unter chronischen Gelenkerkrankungen, sogenannten Arthropathien. Möglicherweise veranlasst Ihr Arzt Röntgenaufnahmen der Gelenke oder eine gezielte Kernspintomografie – insbesondere dann, wenn Symptome einer Gelenkerkrankung neu auftreten oder sich bereits bestehende Beschwerden verschlimmert haben.

Bei der Routine-Untersuchung wird auch eine ausführliche Überprüfung Ihres Behandlungsplans sowie eine Erfassung und Bewertung der Anzahl und des Schweregrads von Blutungen erfolgen. Diese Analyse kann dazu führen, dass Ihnen der Arzt eine Änderung der Therapie vorschlägt, z. B. einen Wechsel von einer Bedarfs- auf eine vorbeugende Therapie (Prophylaxe). Weitere Beurteilungen sind gegebenenfalls klinische Untersuchungen und gezielte Labortests, etwa zum Ausschluss von Hemmkörpern (Inhibitoren) gegen Gerinnungsfaktoren.

Zu den altersbezogenen Untersuchungen zählen unter anderem

  • Messung des Blutdrucks
  • Blutzuckermessung für Hinweise auf einen Diabetes

Diese erfolgen entweder im Zentrum, beim Hausarzt oder beim Kardiologen. Auch die standardisierte Erfassung der Lebensqualität kann hilfreich sein: Sie kann Aufschluss darüber geben, wie gut eine Behandlung wirkt, wie einschränkend Gelenkerkrankungen empfunden werden und gibt gegebenenfalls Hinweise auf psychische oder soziale Probleme.