Aufblühen in Kindergarten oder Kita

Vielleicht war Ihr Kind bereits in einer Krabbelgruppe, dann kommt jetzt der nächste Schritt. Oder der Kindergarten ist der Anlass, Ihren Sohn zum ersten Mal dauerhaft in fremde Obhut zu geben. Auch für den Eintritt in die Kita gilt: Loslassen macht selbstständig. Vertrauen Sie darauf, dass Ihr Kind den Einstieg in die Betreuungseinrichtung genauso gut verkraften wird wie jedes andere Kind auch.

Ab einem Alter von etwa zwei bis drei Jahren werden Kinder aktiver. Ist Ihr Kind gut eingestellt und erhält es seine Medikamente regelmäßig, gibt es im Alltag keine großen Einschränkungen. Ihr Kind kann toben und rennen wie jedes andere Kind in seinem Alter auch. Es darf mit Freunden auf dem Spielplatz spielen, rutschen und schaukeln.

Erzieherin spielt mit Kindern

Das Betreuungspersonal aufklären

Packen Sie Ihr Kind nicht in Watte, es wird in der Betreuungseinrichtung bestens versorgt! Erzieher kümmern sich  in der Regel sehr sorgfältig und gewissenhaft um ihre Schützlinge. Als Profis im täglichen Umgang mit der Erkrankung Ihres Kindes können aber auch Sie selbst informieren und ggf. Bedenken nehmen: Klären Sie Erzieher darüber auf, dass Ihr Kind keine Sonderbehandlung benötigt und dass sie Ihrem Kind keinen Faktor spritzen, sondern diesen nur aufbewahren müssen. Fragen Sie Ihren Arzt im Hämophilie-Zentrum nach Merkblättern, die Sie den Erziehern zur Information geben können.

Eigenverantwortung fördern

Mit zunehmendem Alter werden die Kinder aufmerksamer in Bezug auf ihre Erkrankung. Deshalb sollten Kinder mit Hämophilie baldmöglichst in die Behandlung einbezogen werden. Auch in Kindergarten oder Kita können Verständnis und Eigenverantwortung schon gefördert werden. Dazu ist es wichtig, dass sich Erzieherinnen und Erzieher gegenüber einem Kind mit Hämophilie genauso verhalten wie gegenüber einem gesunden Kind


geschichte eines bären

Buchtipp “Kleiner Bär zeigt großen Mut”

Kindgerechte Literatur kann Erzieher im Verstehen und im Umgang mit der Erkrankung unterstützen. Speziell für Kinder von drei bis sieben Jahren hat Bayer in Zusammenarbeit mit Erziehern und Hämophilie-Experten der Charité Berlin die Vorlesegeschichte „Kleiner Bär zeigt großen Mut“ entwickelt. Das farbenfroh illustrierte Kinderbuch erzählt die Geschichte eines kleinen Indianerjungen, der mit Hilfe der Stechmücke Fibri seine Hämophilie meistert. Das Buch kann hier kostenlos bestellt werden.


Auf Blutungsanzeichen achten

Auch wenn Ihr Kind seine Krankheit zunehmend besser versteht, müssen Sie es in der Kindergartenzeit weiterhin täglich im Auge behalten, um keine Verletzung zu übersehen. Denn manchmal stoßen sich Kinder, wollen es aber nicht zugeben oder vergessen es einfach. Kinder mögen es nicht, beim Spiel unterbrochen zu werden, bloß weil sie sich gerade ein bisschen wehgetan haben. Und sie möchten nicht schuld daran sein, wenn ein Ausflug oder ein schöner Spielenachmittag beendet wird, nur weil sie gespritzt werden oder gar ins Hämophilie-Zentrum müssen.

Berichtet Ihr Kind über Stürze und Verletzungen, bleiben Sie gelassen und reagieren Sie mitfühlend. Ihr Kind lernt jetzt auch: Wenn es Stürze und Verletzungen verschweigt, tun diese länger weh, als wenn sofort behandelt wird. Auch das hilft ihm dabei, Zusammenhänge zu verstehen und Verantwortung für sich zu übernehmen.