Medikamentöse Behandlung von Schmerzen

Für die Behandlung speziell von chronischen Schmerzen bei Hämophilie-Patienten kommen verschiedene Arzneimittelklassen zur Anwendung. Doch unabhängig davon, was Ihnen am besten hilft: Eine medikamentöse Behandlung chronischer Schmerzzustände, insbesondere bei Anwendung über einen längeren Zeitraum, muss stets mit Ihrem Arzt im Hämophilie-Zentrum oder Ihrem Schmerztherapeuten besprochen werden!

Frei verkäufliche Arzneimittel

Nicht-opioide Schmerzmittel (Analgetika)

Zu dieser Arzneimittelklasse gehören unterschiedliche Schmerzmittel, wie etwa Paracetamol und Metamizol. Die Schmerzlinderung wird in der Regel durch eine periphere Unterdrückung von Schmerzimpulsen erzielt. Diese Arzneimittel sind grundsätzlich mit Vorsicht anzuwenden, da sie die bei längerer Anwendung die Leber schädigen oder andere Nebenwirkungen verursachen können.
 

Nicht-steroidale Entzündungshemmer (NSAID)

So heißt die Arzneimittelklasse, zu der Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS bzw. Aspirin®) und andere Substanzen gehören. Sie lindern Schmerzen wirksam, indem sie die körpereigene Produktion von entzündungsfördernden Stoffen, den Prostaglandinen, hemmen.


Achtung!

Manche Medikamente können bei Menschen mit Blutgerinnungsstörungen besondere Komplikationen verursachen:

  • ASS (z. B. Aspirin®) hat einen hemmenden Effekt auf die Funktion der Blutplättchen und darf deshalb bei Ihnen nicht zur Schmerzbehandlung eingesetzt werden.
  • Andere NSAID können im Magen-Darm-Trakt zu Reizungen bis hin zu Geschwüren führen und damit gefährliche Blutungen verursachen.
     

Wegen der mit ASS und anderen NSAID verbundenen Nebenwirkungen sollten diese Substanzen bei Menschen mit Hämophilie grundsätzlich nicht zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Als Alternative werden Paracetamol und auch Diclofenac als Option zur Schmerzlinderung empfohlen.


Verschreibungspflichtige Schmerzmittel

COX-2 Hemmer

Diese Substanzen sind wie die NSAID entzündungshemmend – sie sind aber besser verträglich für den Magen-Darm-Trakt. Falls bei der Einnahme von COX-2-Hemmern Blutungsepisoden auftreten, müssen diese engmaschig untersucht und überwacht werden.
 

Opioide

Opioide, wie Morphin, sollten nach besonderer sorgfältiger Abwägung eingesetzt werden. Es handelt sich um betäubende Schmerzmittel, die abhängig machen können.
 

Die Auswahl der ggf. notwendigen Medikamente zur Schmerzbehandlung sollten Sie nur in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt im Hämophilie-Zentrum treffen.