So können Sie Beschwerden behandeln

Ein möglichst beschwerdefreies Leben bei guter Beweglichkeit ist einer der zentralen Aspekte des Älterwerdens mit und ohne Hämophilie: Genauso vielseitig wie die Folgen der Bluterkrankheit sein können, sind es auch die heutigen Behandlungsmöglichkeiten.

Glücklicherweise gab es in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte in der Medizin, so dass heute z. B. die Schmerztherapie so weit entwickelt ist, dass wirksame Schmerzlinderung fast immer möglich ist. Und auch mit Physiotherapie oder in schwierigen Fällen mit chirurgischen Eingriffen kann bei vielen Beschwerden Abhilfe geschaffen werden. Allerdings müssen bei Hämophilie-Patienten mehr Dinge beachtet werden, als bei Menschen ohne Blutgerinnungsproblem. Das setzt besondere Fachkenntnis voraus, weshalb immer Hämophilie-Spezialisten eingebunden sein sollten, wenn es darum geht, die optimale Behandlung für Sie zu finden.

 

Behandlung von Beschwerden im Bewegungsapparat

Für die Behandlung von Beschwerden, die den Bewegungsapparat betreffen, gelten die allgemeinen Optionen: Schmerzlinderung, Kräftigung der Muskulatur und Verbesserung des Bewegungsumfangs. Blutungen und Entzündungsreaktion treten dadurch seltener auf. Neben einer aktiven Bewegungsschulung ist unter Umständen auch die Anpassung bestimmter Aktivitäten und Sportarten, die ggf. als (mit)ursächlich für das Auslösen akuter Blutungen infrage kommen, wichtig.

Eine genaue Dokumentation von Blutungsepisoden und Behandlungen ist zur Therapieoptimierung unverzichtbar. Damit kann das Hämophilie-Team z. B. die geeignete Dosierung des Faktor-Konzentrats oder die Wirksamkeit eines bestimmten Schmerzmedikaments genauer beurteilen. Ebenso wichtig ist, die Reaktion eines betroffenen Gelenks auf bestimmte Behandlungen zu kennen. Nur so kann entschieden werden, ob z. B. eine konservative Therapie – mit Medikamenten oder physikalischen Maßnahmen – fortgesetzt werden kann oder ein chirurgischer Eingriff in Erwägung gezogen werden sollte.