Die individuell beste Behandlung von Schmerzen festlegen

Die Möglichkeiten zur Behandlung akuter Beschwerden und chronischer Schmerzen sind vielfältig und reichen von Physiotherapie über medikamentöse Therapie bis hin zu chirurgischen Eingriffen. Die Schmerztherapie muss sorgfältig geplant werden. Um die individuell beste Behandlung für Sie festlegen zu können, wird Ihr Behandlungsteam wahrscheinlich einige Punkte mit Ihnen klären wollen.

Dazu gehören beispielsweise:

  1. Umfassende Abklärung der Beschwerdeursachen
  2. Psychologische Beurteilung, auch im Hinblick auf eine möglicherweise drohende oder bereits bestehende Suchtgefährdung durch starke Schmerzmittel.
  3. Einwilligung in die Behandlung nach erfolgter ausführlicher Aufklärung
  4. Behandlungsvereinbarung
  5. Beurteilung der Schmerzstärke und Gelenkfunktion vor und nach der Intervention
  6. Ggf. Verordnung einer medikamentösen Schmerztherapie
  7. Erneute Beurteilung der Schmerzstärke
  8. Regelmäßige Bewertung der vier Kriterien für Schmerzmittel: Analgesie (Schmerzlinderung), Alltagsaktivitäten (psychosoziale Funktion), Nebenwirkungen und Suchtverhalten
  9. Regelmäßige Überprüfung der Schmerzdiagnose und der Begleitkrankheiten
  10. Genaue Dokumentation

Die genaue Beurteilung der Schmerzen bedeutet für die Spezialisten eine Herausforderung, da sie auf Ihren subjektiven Angaben beruht.


Um Ihre Beschwerden so objektiv wie möglich beurteilen zu können, stellen Ihnen die Ärzte vielleicht Fragen wie diese:

„Wie würden Sie ihre Schmerzen beschreiben?“
„Wann treten Ihre Schmerzen typischerweise auf?“
„Wie nimmt Ihr Umfeld Ihre Schmerzen wahr?“

Daneben wird das Behandlungsteam mögliche schmerzverstärkende oder -lindernde Einflüsse sowie den Bewegungsumfang des betroffenen Gelenks ermitteln.

> Weiterführende Informationen zum Thema Schmerztherapie


Schmerztagebuch führen1

Zur Festlegung einer individuellen Therapie kann es zudem hilfreich sein, ein Schmerztagebuch zu führen. Darin halten Sie u. a. die Schmerzstärke, Maßnahmen und Ereignisse fest, die Ihre Schmerzen entweder abmildern oder verschlimmern. Ebenso können Ereignisse in der Vergangenheit oder Aktivitäten erfasst werden, die zu den Schmerzen beigetragen oder diese ausgelöst haben könnten.

Deren Erkennung und Vermeidung dient nachhaltig Ihrem körperlichen Wohlbefinden und damit Ihrer Lebensqualität. Funktionelle Einschränkungen, die mit chronischen Schmerzen und dem Alter verbundenen sind, können durch effektives Schmerzmanagement wirksam bekämpft werden.

Im Buch „Schmerz und mehr – ein Ratgeber für erwachsene Patienten mit Blutungsneigung“ steht der ältere Patient mit Blutgerinnungsstörung und der mögliche Umgang mit Schmerzen und Alterskrankheiten im Fokus. Auch rechtliche Hilfen und Tipps für den Berufsalltag sind im Buch enthalten. Das Buch können Sie im Download- und Bestellcenter bestellen.