Gehe deinen Weg

Eins steht fest: die Hämophilie wird deiner Berufung nicht im Weg stehen, wenn es nicht unbedingt Stuntman oder Feuerwehrmann sein muss. Neben diesen Hochrisikojobs gibt es kaum einen Beruf, den du nicht ergreifen kannst. Wenn du es willst, dann mach es auch!

Junger Mann schreibt etwas an ein transparentes Whiteboard

Das erleichtert dir den Weg zum Traumjob

Wenn du noch nicht genau weißt, was du werden möchtest, blende nötige Qualifikationen und Geld erst mal aus. Was möchtest du gern tun? Vergiss dabei deine Kindheitsträume nicht. Wenn du weißt, was du willst, informiere dich über deinen Traumjob. Im Internet findest du viele Informationen – auch über Menschen, die schon in dem Job arbeiten. Finde heraus, wie sie dort hingekommen sind.

 

Bevorzugte Wahl mit Schwerbehindertenausweis

Menschen mit Hämophilie haben einen Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis. Für manche Jobs werden bevorzugt Bewerber mit diesem Status gesucht, wenn sie die gleiche Qualifikation wie gesunde Bewerber haben. Das Schwerbehindertenrecht wird über das Sozialgesetzbuch (SGB) geregelt. Die neueste Fassung ist am 1. Januar 2018 in Kraft getreten. Was das für dich als Hämophilie A-Patient bedeutet, welche Rechte und Vergünstigungen du hast – Antworten auf diese Fragen und weitere Tipps erhältst du bei der Deutschen Hämophiliegesellschaft e.V.

 

Praktische Erfahrung hilft

Klar, dass du ganz am Anfang noch keine praktische Erfahrung hast. Es ist eine sehr gute Idee, das schnell zu ändern, durch gezielte Praktika, Arbeit als Werkstudent etc. Unternehmen tun sich deutlich leichter, sich für jemanden zu entscheiden, der nicht nur die Theorie kennt, sondern auch von der Praxis einen ersten Eindruck gewonnen hat!

 

Aktiviere dein Netzwerk

Die Bewerbungsphase ist für alle hart. Lass dich von etwaigen Absagen nicht zu sehr frustrieren – die gehören für die meisten dazu. Die Entscheidungen von Unternehmen haben mit deren internen Abläufen zu tun – weniger mit dir! Nimm also Absagen nicht persönlich und bleib weiter dran.
Fakt ist auch, dass viele Jobs über Networking vergeben werden. Deshalb: Lass dein Umfeld wissen, welchen Job du anstrebst. Auf diese Weise fährst du mehrgleisig und wirst dein Ziel schließlich erreichen.


Das Vorstellungsgespräch

Jetzt wird es spannend. Je ruhiger souveräner und authentischer du bist, desto besser. Leichter gesagt als getan? Aufrecht sitzen, Augenkontakt, passende Kleidung – das alles steht auf der Liste der positiven Äußerlichkeiten, die dir schon weiterhelfen werden. Die gestellten Anforderungen der Stelle zu erfüllen, ist die Mindestvoraussetzung. Gut ist es, wenn du dem Gesprächspartner etwas Zusätzliches vermitteln kannst, was positiv hängenbleibt. Es lohnt sich vor dem Gespräch darüber nachzudenken, was das sein könnte.

Du fragst dich, wie du mit dem Thema Hämophilie oder Schwerbehindertenstatus im Rahmen der Bewerbung umgehen sollst? Hier gibt es keine Pauschallösung – aber etwas so Persönliches ist meist im direkten Gespräch besser aufgehoben als in den schriftlichen Bewerbungsunterlagen. Und: Ehrlich währt am längsten. Im Vorstellungsgespräch solltest du also offen und ehrlich sein. Vielleicht kannst du sogar positive Aspekte herausstellen – etwa, dass du durch das Management deiner Krankheit sehr diszipliniert und verantwortungsbewusst bist und diese Soft Skills in deine Arbeit einbringen wirst.

Wichtig für deinen zukünftigen Arbeitgeber ist auch zu wissen, dass bei regelmäßiger Therapie keine besonderen Fehlzeiten entstehen werden und du deinen neuen Job daher gut ausüben kannst.

 

Geschafft? Dann leg los!

Du hast den Job? Herzlichen Glückwunsch! Nun kannst du zeigen, dass dein Arbeitgeber die richtige Entscheidung getroffen hat – wir wünschen dir viel Erfolg!