So macht sich Hämophilie A bemerkbar

Das auffallendste Kennzeichnen ist, dass bereits kleine Verletzungen zu ausgedehnten Blutungen führen können.
 

Das sind die typischen Symptome:

  • Gelenkblutungen: Spontan auftretende Blutungen in den Gelenken sind das häufigste Symptom bei Hämophilie. Sie äußern sich in schmerzhaften Schwellungen und einer eigeschränkten Beweglichkeit.
  • Hämatome (Blaue Flecken bzw. Muskelblutungen): Stöße oder Stürze lösen ausgeprägte Blutungen im Muskelgewebe oder unter der Haut aus. Typisch bei Kindern im ersten oder zweiten Lebensjahr, die laufen lernen und entsprechend verletzungsanfällig sind.
  • Äußere Verletzungen: Wundblutungen – verursacht durch Verletzungen oder Operationen – lassen sich nur schwer stillen.
  • Organe: Auch Blutungen innerer Organe sowie – in sehr seltenen Fällen – Hirnblutungen können auf eine Gerinnungsstörung hindeuten.
Mann hält sich das Knie

Gelenkblutungen erkennen

Gelenkblutungen sind die häufigste Form der Blutung bei Hämophilie-Patienten. Meistens sind Knie-, Ellbogen- und Sprunggelenke betroffen. Wenn ein Gelenk plötzlich dick wird und schmerzt, sich die Haut darüber warm anfühlt, oder die Beweglichkeit erkennbar eingeschränkt ist, muss umgehend gehandelt werden. Gelenkblutungen sind zwar nicht lebensbedrohlich, können aber, wenn sie häufig auftreten, bleibende Schäden im Gelenk verursachen.

 

Muskelblutungen erkennen

Eine Muskelblutung ist schmerzhaft und führt meistens zu Bewegungseinschränkungen. Manchmal ist gleich ein blauer Fleck (Hämatom) zu sehen, oft erscheint dieser aber erst später. Große Muskelblutungen wie nach einem Unfall können mit einer Schwellung einhergehen. In schweren Fällen kann diese auf Gewebe oder Nerven drücken und Folgeschäden verursachen.

 

Nasenbluten und Wunden

Wenn sich äußerliche Blutungen (z.B. Schürf-, Kratz- oder Schnittwunden) nur schwer stillen lassen, kann dies auf eine Hämophilie-Erkrankung hindeuten. Wunden sehen oft bedrohlicher aus als sie sind, lassen sich jedoch mit Desinfektion und einem Pflaster oder einem Wundverband behandeln. Wichtig ist nur, dass die Blutung durch ausreichend Druck auf die Wunde zum Stillstand gebracht wird.

Heftiges Nasenbluten wird oft als dramatisch empfunden, ist aber kein Grund zur Panik. Die erste Maßnahme ist Druck auf die Nasenflügel für mindestens 5 Minuten. Kontrollieren Sie dies mit einer Uhr, denn die Zeit vergeht langsamer, als man denkt! Ein nasses, kaltes Tuch auf der Nase oder im Nacken kann die Blutstillung unterstützen. Wenn sich die Blutung nicht stillen lässt, kontaktieren Sie Ihren Arzt im Hämophilie-Zentrum.

 

Blutungen innerer Organe erkennen

Blutungen im Magen-Darm-Trakt können durch Verletzungen im Magen, bei Infektionen oder auch ohne bekannte Ursache entstehen. Möglich ist auch das „Verschlucken“ von Blut bei Nasenbluten. Bei diesen Anzeichen sollten Sie Ihren Arzt im Hämophilie-Zentrum kontaktieren:

  • Abhusten von Blut
  • Schwellungen und Schmerzen im Magenbereich
  • starkes Erbrechen
  • schwarzer, blutiger oder teerähnlicher Stuhl
  • starkes Schwächegefühl
  • übermäßige Blässe

Zu Nieren- oder Blasenblutungen kommt es bei milder oder mittelschwerer Hämophilie meist nur nach Verletzungen. Bei schwerer Hämophilie können diese Blutungen aber auch ohne erkennbare Ursache auftreten. Auch sie müssen sofort ärztlich behandelt werden. Diese Symptome weisen auf eine Nieren- oder Blasenblutung hin:

  • roter oder rotbrauner Urin
  • starke Schmerzen im unteren Rückenbereich
  • häufiges und/oder schmerzhaftes Wasserlassen

Richtig handeln – Kontaktieren Sie ein Hämophilie-Zentrum!

Wenn eine Gelenk- oder Muskelblutung auftritt, sollten Sie sofort Faktor VIII spritzen. Als Zusatzmaßnahmen können Sie die betroffene Stelle zunächst vorsichtig kühlen und ruhigstellen. In jedem Fall sollten Sie umgehend Kontakt mit Ihrem Hämophilie-Zentrum aufnehmen und weiterführende Maßnahmen besprechen.