Ihr Alltag in Balance

Ob in Bezug auf den Beruf oder bei der Freizeitgestaltung: Wo sich Hämophilie-Betroffene früher noch die Frage stellen mussten „Was kann ich überhaupt tun?“ heißt es heute immer öfter „Was will ich eigentlich tun?“. So vielfältig sind die Möglichkeiten sich selbst zu verwirklichen und so gering die Einschränkungen. Glücklicherweise!

Ein paar Überlegungen zu den eigenen Fähigkeiten und Eignungen sollte trotzdem jeder für sich selbst anstellen. Sie kennen sich und Ihren Körper schließlich am besten. Daher können wir Ihnen nur grundlegende Anstöße geben – Sie entscheiden, wie Sie Ihr Leben zwischen Karriere, Familie und Freizeit aussteuern..


Stehen Sie noch vor der großen Entscheidung, welchen beruflichen Weg Sie einschlagen wollen? Dann gibt es ein paar Punkte, die Sie bei Ihrer Wahl berücksichtigen sollten:

1. Realistisch sein

Kurz und knapp gesagt: Es gibt Berufe, die für Menschen mit Hämophilie einfach nicht, oder zumindest nicht so gut geeignet sind. Darunter fallen alle Tätigkeiten, die mit hohen körperlichen Belastungen verbunden sind und somit zu einer Verschlechterung Ihres körperlichen Gesundheitszustandes führen können. Und es gibt Berufe, die Sie aufgrund Ihrer Erkrankung nicht ausüben dürfen.

Aber auch wenn aus diesen Gründen einige Optionen wie Profiboxer, Pilot oder Tischler wegfallen – das Angebot an Berufen, die Sie problemlos ausüben können, ist immer noch riesig.

2. Gut informieren

Was wird überhaupt von Ihnen bei der Ausübung eines bestimmten Berufes gefordert? Auch wenn die Bezeichnung übereinstimmt gleicht noch längst nicht jede Stelle der anderen, oft fallen Tätigkeiten je nach Arbeitgeber ganz unterschiedlich aus.

Nutzen Sie alle Informationsquellen, um sich im Vorhinein ein so genaues Bild wie möglich vom Beruf Ihrer Wahl zu machen: Dabei hilft Ihnen zum Beispiel Ihr Jobcenter. Besonders wertvolle Einblicke erhalten Sie mit Sicherheit von Menschen, die bereits in diesem Beruf, oder zumindest in der gleichen Branche arbeiten – vielleicht haben Sie jemanden in Ihrem Bekanntenkreis?

3. Auf den Bauch hören

Auch wenn dieser Punkt allgemeingültig ist und nichts speziell mit der Hämophilie zu tun hat, sollten Sie ihm große Bedeutung beimessen. Denn neben allen rationalen Überlegungen sollte ein Beruf in erster Linie eines: zu Ihnen passen – und nicht nur zu Ihrer Erkrankung.

Fühlen Sie in sich hinein wo Ihrer Interessen liegen und was Ihre Stärken sind. Wenn Sie das wissen, sind Sie schon ein gutes Stück weiter auf dem Weg zur beruflichen Selbstverwirklichung. Schließlich wird Ihr Job Sie eine ganze Weile lang begleiten!

Reisen, Hobbies... alles kein Problem mit Hämophilie A?

Wer heute mit der Erkrankung groß wird, dem sind dank der guten medizinischen Versorgung tatsächlich kaum noch Grenzen bei der Freizeitgestaltung gesetzt. Patienten mit bereits bestehenden Gelenkbeschwerden sind vielleicht in Bereichen eingeschränkter – haben aber immer noch viele Möglichkeiten, sich zu verwirklichen.

Für die meisten Menschen ist es wichtig, sich dem Stress des Alltags entziehen zu können. Neue Eindrücke und Erlebnisse laden den Akku wieder auf. Schaffen Sie sich deshalb einen Gegenpol zu Arbeit und täglicher Routine und werden Sie aktiv! Das beugt übrigens auch psychischen Erkrankungen wie Depression frühzeitig vor.

Sie möchten zum Beispiel fremde Länder entdecken und andere Kulturen kennenlernen? Dank der modernen Faktorpräparate und der verbesserten Verfügbarkeit von Hämophilie-Zentren weltweit können Sie inzwischen viele Länder ohne Bedenken bereisen. Ein paar Dinge gibt es natürlich trotzdem zu beachten: Unserer Rubrik „Unterwegs“ gibt Ihnen einen guten Überblick, was Sie bei Ihren Vorbereitungen unbedingt beachten sollten.

Mit etwas körperlicher Bewegung sieht die Welt immer gleich ganz anders aus: Man fühlt sich nicht nur körperlich besser und fitter, auch die Seele profitiert spürbar von den positiven Effekten. Denn Sport lässt uns psychisch ausgeglichener werden und nimmt den Alltagsstress – unser Körper reagiert nämlich mit einer Hormonausschüttung, die es in sich hat!

Besonders Ausdauersport besitzt das Potential, glücklich zu machen: Dafür sorgen unter anderem körpereigene Cannabinoide und die Neurotransmitter Serotonin, Noradrenalin und Dopamin. In Studien wurde gezeigt, dass die Wirkung von Ausdauersport sogar stark genug sein kann, um depressive Symptome zu lindern. Für Menschen mit Hämophilie eignet sich speziell Ausdauersport, der die Gelenke nicht überbeansprucht, Radfahren oder Schwimmen zum Beispiel.

Wer sich lieber spielerisch oder im Mannschaftssport betätigt hat ebenso gute Argumente auf seiner Seite. Denn hier steht ganz besonders der Spaß im Vordergrund – unsere Psyche dankt uns das auch mit einem gestärkten Selbstwertgefühl. Auch bei den Mannschaftssportarten sollten Sie natürlich darauf achten, dass sich Verletzungsgefahr, gegenseitiger Körperkontakt und Beanspruchung des Bewegungsapparates in Grenzen halten. Fußball und Handball sind von daher ungeeignet, Basketball und Badminton gehören beispielsweise zu den empfehlenswerteren Sportarten.

Welche Sportart für Sie am besten passt, hängt – natürlich neben ihren persönlichen Vorlieben – hauptsächlich von Ihrem Schweregrad der Hämophilie, Gelenkstatus, Alter und Ihrer allgemeinen Fitness ab. Sprechen Sie mit Ihrem Behandler oder Hämophilie-Zentrum darüber, was für Sie in Frage kommt und wie Sie Ihre Gesundheit optimal damit unterstützen können. Denn eine trainierte Muskulatur und eine verbesserte Koordination kommt Ihnen auch im Alltag zugute!

L.DE.MKT.SM.09.2016.4992

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Letzte Änderung: 05. Dezember 2017   Seite drucken