Power-Doppler-Sonographie für die Diagnose der hämophilen Synovitis
NEW York (MedCon) – Der Ultraschall mit Power-Doppler eignet sich gut, um eine hämophile Synovitis (Entzündung der Gelenkschleimhaut) zu entdecken, und könnte deshalb auch effektiv zur individuellen Prophylaxe eingesetzt werden. Zu diesem Schluss kommen S. S. Acharya und Kollegen vom Weill Medical College im Journal of Thrombosis and Haemostasis.
Wiederholte Gelenkeinblutungen bei Hämophilie führen zu Entzündungen der Gelenkinnenhaut und Gelenkarthropathie. Eine Primärprophylaxe, die regelmäßig mit gängigen Dosierungen verabreicht werde, könne die Gelenkschäden zwar verhindern, sei aber teuer, schreiben die Autoren. Andererseits erfordere eine selektive Prophylaxe ein empfindlicheres Instrument zur Entdeckung einer Synovitis als die klinische Überwachung oder einfache Röntgenaufnahmen.
„Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist ein solches Instrument, das für die Überwachung der hämophilen Gelenkerkrankung eingesetzt werden kann. Allerdings ist sie teuer und erfordert bei kleinen Kindern die Gabe von Betäubungsmitteln“, geben die Wissenschaftler zu bedenken.
Sie erforschten deshalb, ob der Ultraschall mit Power-Doppler (USG-PDS), der keine Ruhigstellung erfordert, mit der Magnetresonanztomographie vergleichbar ist, um gerade bei Kindern die hämophile Synovitis zu überwachen. Dazu untersuchten sie in einer prospektiven Kohorte 31 Studienteilnehmer mit 33 betroffenen Gelenken (Knie-, Ellbogen- und Sprunggelenke) mit Hilfe der dynamischen kontrastverstärkten MRT und USG-PDS.
Dabei zeigte sich, dass die Ergebnisse zur Dicke der Gelenkhaut und synovialen Vaskularität, die mittels Ultraschall mit Power-Doppler gewonnen worden waren, stark mit den MRT-Ergebnissen übereinstimmten.
„Unsere Daten lassen den Schluss zu, dass der Ultraschall mit Power-Doppler ein kostengünstiges und leicht durchzuführendes Verfahren zur Darstellung und Aufdeckung der hämophilen Synovitis sein könnte, das auch zur maßgeschneiderten Prophylaxe effektiv eingesetzt werden könnte“, schreiben die Wissenschaftler abschließend.
Quelle: J Thromb Haemost. 2008 Sep 23. [Epub ahead of print]

