Kontinuierliche Infusion des rekombinanten Faktor VIII-Präparates von Bayer Healthcare lässt Patienten mit schwerer Hämophilie OP gut überstehen
TEL HASHOMER (MedCon) – Operationen von Patienten mit schwerer Hämophilie können mit kontinuierlicher Infusion des rekombinanten Faktor VIII-Präparates von Bayer Healthcare durchgeführt werden. Das geht aus einer Studie hervor, die in der Fachzeitschrift Haemophilia erschienen ist.
Einzelne Injektionen von des Präparates vor größeren Eingriffen sind bereits zugelassen. Eine kontinuierliche Infusion während der Operation hätte aber den Vorteil, für gleichmäßigere FVIII-Konzentrationen zu sorgen.
Daher untersuchte das Forscherteam um Prof. Uri P. Martinowitz vom Israel National Hemophilia Center in Tel Hashomer, wie stabil, wirksam und sicher das Faktor VIII-Präparat von Bayer Healthcare unter diesen Bedingungen ist.
Dreißig bis sechzig Minuten vor der Operation erhielten die Patienten eine Injektion, um FVIII-Konzentrationen von >/=80 Prozent zu erreichen. Dann folgte eine kontinuierliche Infusion mit einer Rate, die so kalkuliert war, dass die FVIII-Spiegel acht bis zehn Tage nach der Operation auf das gewünschte Niveau gehalten wurden.
Dabei wurde täglich überprüft, wie schnell der Faktor aus dem Blut entfernt wurde, und die Infusionsrate anhand entsprechender Berechnungen angepasst.
Insgesamt unterzogen sich 14 im Schnitt knapp 38 Jahre alte Patienten, die nach Bedarf behandelt wurden und keine Inhibitoren aufwiesen, 15 chirurgischen Eingriffen. Darunter waren Eingriffe zum Ersatz von Gelenken, Synovektomien (Abtragungen der erkrankten Gelenkinnenhaut), Gallenblasenentfernungen und es wurden mehrere Zähne gezogen.
„Die Blutungen waren ähnlich wie bei nicht hämophilen Patienten, die sich in derselben Abteilung ähnlichen Operationen unterzogen”, schildert das Team
„Die Blutstillung während der OP wurde von den teilnehmenden Chirurgen in allen Fällen als ‚ausgezeichnet’ oder ‚gut’ bezeichnet“, schreiben Martinowitz und seine Kollegen. Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler hätten alle 15 Fälle insgesamt als ‚ausgezeichnet’ beurteilt.
Es wurden keine Nebenwirkungen, auch keine Bildung von Inhibitoren, beobachtet.
Quelle: Haemophilia. 2009 Feb 27. [Epub ahead of print]

