Neue Studie belegt die Wirksamkeit von sekundärer Prophylaxe
Obwohl die WHO eine lebenslange Prophylaxe empfiehlt, beenden viele Patienten die kontinuierliche Therapie im Erwachsenenalter oder wechseln zu einer individuell angepassten Prophylaxeart. Während die primäre Prophylaxe ihre Wirksamkeit in zahlreichen Studien erwiesen hat, fehlten bislang prospektive Studiendaten für die sekundäre Prophylaxe bei Patienten mit vorgeschädigten Gelenken.
Jetzt wurde die Wirksamkeit der sekundären Prophylaxe mit der Bedarfstherapie zur Verhinderung von Gelenkblutungen bei erwachsenen Patienten mit schwerer Hämophilie A verglichen. 19 Patienten beendeten die Studie, in der jeder Patient zunächst 6 Monate lang bei Bedarf und anschließend 6 Monate lang prophylaktisch behandelt wurde. Zu Studienbeginn hatten 80 % der Patienten bereits mehr als ein vorgeschädigtes Gelenk entwickelt, die Hälfte aller Patient hatte mindestens 14 Gelenkblutungen in den 6 Monaten vor Studieneinschluss.
Die Zahl der Gelenkblutungen war während der Prophylaxephase signifikant geringer als während der Bedarfsphase. Patienten, die zu Studienbeginn kein Zielgelenk entwickelt hatten, erlitten während der Prophylaxephase keine Gelenkblutung. Nur Patienten mit Zielgelenken erlitten Einblutungen in Gelenke. Auch die Gesamtzahl aller Blutungen war während der Prophylaxephase signifikant verringert. Von insgesamt 40 Blutungen, die während der Prophylaxephase auftraten, betrafen 28 die vorgeschädigten Gelenke.
Die Beurteilung der Gelenkfunktion fiel nach der Prophylaxephase in den Kategorien „Blutungen“ und „Schmerz“ deutlich besser aus als nach der Bedarfsphase – ein Hinweis auf eine Stabilisierung der Gelenkfunktion durch sekundäre Prophylaxe.
Quelle: J Thromb Haemost 2009, Epub ahead of print

