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Hauptsache schnell reagieren

Blutungen können gefährlich werden

Die typischen Anzeichen deiner Bluterkrankheit sind spontane oder nach kleinen Verletzungen auftretende, anhaltende Blutungen. Sie können Haut oder Gelenke betreffen, aber auch in den inneren Organen vorkommen.

Wenn du bei dir eine Blutung feststellst, dann sag das unbedingt sofort deinen Eltern! Unbehandelt können insbesondere die Gelenkblutungen dauerhafte Schäden verursachen. Du musst deshalb darauf achten, möglichst wenige Blutungen zu haben. Für den Notfall merke dir: Lieber gleich zur ärztlichen Behandlung und Kontrolle ins Hämopilie-Zentrum.

Kleine Wunderwerke: Deine Gelenke

Jedes Mal, wenn du dich bewegst, arbeiten deine Muskeln und bewegen viele Knochen in deinem Körper gegeneinander. Das ist nur möglich, weil dein Körper über Gelenke verfügt. Du wirst sie Hunderte von Millionen Mal in deinem Leben benutzen!

Deine Gelenke enthalten Teile, die mit den beweglichen Teilen von Maschinen vergleichbar sind.

  • Ein widerstandsfähiger Knorpel an den Knochenenden wirkt als Stoßdämpfer.
  • Eine glitschige Flüssigkeit, die so genannte "Synovialflüssigkeit", ist die Gelenkschmiere – durch sie können sich die Knochenenden reibungslos gegeneinander bewegen. Diese Flüssigkeit wird von den Zellen der Gelenkinnenhaut ("Synovialis") hergestellt und von einer Kapsel umhüllt.

Es gibt einige wichtige Dinge, die du über das Gelenk gelernt hast: Es ist nach außen hin abgeschlossen. Es muss über eine bestimmte Flüssigkeit im Inneren verfügen, damit es arbeiten kann. Die Knochenenden werden durch den Knorpel geschützt.

Was macht eine Blutung in einem Gelenk so gefährlich?

Wenn es in der Gelenkinnenhaut zu einer Blutung kommt, kann das Blut nicht aus dem Gelenk heraus und vermischt sich mit der Synovialflüssigkeit. Dauert die Blutung längere Zeit, schwillt das Gelenk an.

Um das Blut loszuwerden, muss das Gelenk Enzyme herstellen, die das Gelenkinnere reinigen. Diese Enzyme sind ziemlich scharfe Reinigungsmittel und reiben auch etwas vom Gelenk ab. Außerdem bleibt Eisen aus dem Blut zurück, das den Knorpel beschädigt. Kommt es in deinem Gelenk mehrmals zu derartigen Blutungen, kann die Beschädigung des Gelenks so stark sein, dass es nicht mehr richtig arbeitet.

Empfindliche Gelenkinnenhaut

Die Gelenkinnenhaut wird desto empfindlicher, je häufiger sie entzündet ist und blutet dann auch leichter. Das bedeutet: Jedes Mal, wenn das Gelenk blutet, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass es ein weiteres Mal blutet – und das musst du verhindern!

Was kannst du tun?

Meine Tipps:

  • Halte das Gelenk ruhig!
  • Eis oder ein Kühlpack aus dem Gefrierschrank helfen gegen ein Anschwellen. Lege aber das Kühlelement nicht direkt auf die Haut, sondern wickle es in einen Beutel oder ein Tuch ein.
  • Lege das beschädigte Gelenk höher als deinen Brustkorb und lagere es am besten auf einer weichen Unterlage.
  • Eine Schiene oder Bandage kann helfen, das Gelenk ruhig zu halten. Das Gelenk sollte aber nicht zu fest verbunden werden.

Blutungen im Kopf

Das Gehirn besteht aus sehr empfindlichem Gewebe. Damit es vor Schädigungen geschützt wird, ist es rundherum von den dicken, starken Knochen des Schädels umgeben. Allerdings heißt dies auch, dass bei einer Blutung im Kopf durch die schützenden Knochen das Blut nirgendwo hin ausweichen kann. Es kann sich ansammeln und auf das Hirngewebe drücken. Das ist sehr gefährlich und kann zu bleibenden Schäden führen.

Meine Tipps:

  • Wenn du dir den Kopf anstößt, musst du es sofort einem Erwachsenen in deiner Umgebung mitteilen.
  • Eine Verletzung durch einen Stoß am Kopf ist nicht immer sichtbar. Wenn es tatsächlich zu einer Blutung gekommen ist, wird sie durch das Konzentrat schnell gestoppt.
  • Hast du Kopfschmerzen, solltest du das Jemandem sagen.
    Besser ist auch in diesem Fall, wenn ein Arzt dich untersucht.