Hämophilie-Therapie im Ausland
Bereits über 30 Hämophilie-Assistentinnen aus Europa konnten von dem Bayer European Hemophilia Nurses Scholarship profitieren und haben andere europäische Hämophilie-Zentren besucht. Hier berichten zwei von ihren Erfahrungen.
Karin Andritschke: Von Frankfurt nach Malmö
Andere Länder, andere Regeln. Das stellte auch Karin Andritschke fest, als sie in Malmö zu Gast war. Drei Tage lang hospitierte die Hämophilie-Assistentin der „Kinderheilkunde III“ der Frankfurter Universitätsklinik im „Department for Hemophilia and Coagulation Disorders“ der Lund Universitet in Malmö. Vieles war vertraut, doch manches auch ganz anders als in Deutschland. „Dass meine dortige Kollegin Karin Lindvall direkt in Kindergärten und auch zu den Familien nach Hause geht, um vor Ort über den richtigen Umgang mit Bluter-Kindern aufzuklären und die Heimselbstbehandlung zu erläutern, das hat mich schon beeindruckt.“ Und noch etwas fand Andritschke gut: „Wenn Patienten aus dem weiteren Umland zu ihren Kontrolluntersuchungen anreisen, dann ist das so organisiert, dass auch immer andere Mediziner, etwa der Physiotherapeut oder der Orthopäde, zu den Treffen dazustoßen.“
Besonders gefreut hat Karin Andritschke auch, wie herzlich sie in Südschweden aufgenommen wurde. „Das hat viel Spaß gemacht.“ Insgesamt hält sie das Scholarship-Programm für eine „sehr gute Einrichtung“.
Kitija Janele: Von Riga nach Münster
Auch Kitija Janele aus Riga nutzte das Programm. Eine Woche lang besuchte sie das Hämophilie-Zentrum Münster. Auch sie lernte Unterschiede zu ihrer Heimat kennen. „In Lettland sind wir noch weit davon entfernt, dass auch Eltern die Infusionen vornehmen“, so Janele, seit acht Jahren Kinderkrankenschwester an der Universitätsklinik Riga – zugleich die Einrichtung, die alle Kinder versorgt, die in Lettland an Hämophilie leiden. Janele möchte dies ändern und auch Eltern motivieren, den Umgang mit Faktor-Konzentraten zu erlernen. Aus Münster hat sie dafür erste Ideen mitgebracht.


