HIV und HCV - eine schwere Bürde

Im Laufe der letzten Jahrzehnte wurden auf dem Gebiet der Hämophilie-Behandlung bemerkenswerte Fortschritte erzielt, die zu höherer Lebenserwartung und einer Verbesserung der Lebensqualität geführt haben. In der Vergangenheit sind  viele ältere Hämophile  mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV), dem humanen Immundefizienzvirus (HIV) oder beiden Viren infiziert worden. Womöglich gehören Sie auch zu den Betroffenen.

Glücklicherweise wurden auch in der Behandlung dieser Infektionskrankheiten zwischenzeitlich große Fortschritte erzielt. Heute stehen wirksame Medikamente und bewährte Therapie-Leitlinien zur Behandlung von HIV- und HCV-Infektionen zur Verfügung, von denen auch viele infizierte Hämophile profitieren können.


In der Mehrzahl der mit HCV infizierten Patienten liegt eine chronische Infektion vor. Deshalb zielen antivirale Therapien gegen HCV darauf ab, die Infektion zu bekämpfen und eine schwere Lebererkrankung zu verhindern. Behandlungen von HCV verhindern oder verlangsamen zumindest die Entwicklung einer Leberzirrhose und eines Leberkrebses, dem hepatozellulären Karzinom (HCC).

In letzter Zeit wurden vielversprechende Therapien entwickelt. Neue, Interferonfreie Therapien führen bei den meisten Patienten mit chronischer Hepatitis C zu einem  anhaltenden, virologischen Ansprechen. Das bedeutet, dass die chronische Entzündung durch HCV geheilt werden kann und Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose, Leberversagen und Leberkrebs in vielen Fällen verhindert werden können. Ihr Arzt kann Sie ausführlich über die neuen Therapiemöglichkeiten informieren.

Seit ihrer Einführung Mitte der 1990er Jahre hat sich die „hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART)“ für die Kontrolle von HIV-Infektionen als wirksam erwiesen. Klinische Studien haben allerdings gezeigt, dass die HAART leberschädigend sein kann und mit einem erhöhten Risiko für Leberfunktionsstörungen einhergeht.

Vieles spricht jedoch dafür, dass eine hochaktive antiretrovirale Therapie bei HCV/HIV-Co-Infektionen das Fortschreiten zur Lebererkrankung im Endstadium verlangsamt und die Überlebenszeit der betroffenen Patienten verlängert.

Das interdisziplinäre Team des Hämophilie-Zentrums, das eng mit Spezialisten für Leber- und Infektionskrankheiten zusammenarbeitet, spielt bei der Beurteilung, Behandlung und Überwachung von Patienten eine wichtige Rolle.

Sie erinnern sich sicherlich auch noch an die Stigmatisierung von Patienten mit HIV. Und so mancher infizierte Hämophiliepatient verheimlicht bis heute diese Diagnose vor seinen Familienangehörigen, Freunden und dem Arbeitgeber.

Zur Überwindung von Ängsten und Vorurteilen bieten die Hämophiliezentren kompetente Beratung durch Psychologen an. Damit sollen Patienten bei der Ausübung ihrer Alltagsaktivitäten unterstützt werden. Scheuen Sie sich also nicht nachzufragen!

Psychologen als Teil des Hämophilie-Behandlungsteams können bei einer Depression adäquate Beratung anbieten bis hin zur Frage einer möglicherweise sinnvollen Behandlung mit Antidepressiva. Psychologen können auch für schwierige Themen wie Ansteckungsgefahr, Ausgrenzung, mangelndes Vertrauen, Ablehnung und Wut wichtige Hilfestellungen geben. Auch Geldsorgen können Sie offen ansprechen. Auch hier kann das Hämophilie-Behandlungsteam eine wichtige Hilfestellung leisten.

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Letzte Änderung: 05. Dezember 2017   Seite drucken